Die öffentlichen Debatten über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ gehen häufig um den Prozess in München und um die Arbeit der Untersuchungsausschüsse. Eine Veranstaltung in Köln rückt die Betroffenen in den Mittelpunkt.

Vom 17. bis zum 21. Mai soll im Schauspiel Köln das Schweigen der Betroffenen ein Ende finden - unweit der Keupstraße, wo sich einer der Anschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) abgespielt hat. Bevor die rechte Terrorzelle aufflog, wurden die Betroffenen kriminalisiert.

„Die Opfer haben immer darauf hingewiesen, dass Rassismus die Grundlage des Terrors war, und wurden nicht gehört. Dieses Überhören wollen wir mit dem Tribunal überwinden. Das erwarten auch die Angehörigen. Wenn man über Rassismus redet, muss man denen zuhören, die von Rassismus betroffen sind.“ sagt Massimo Perinelli in einem Interview beim Mediendienst Integration.

Es geht in den Debatten, Vorträgen und Anklagen um strukturellen Rassismus, um den NSU-Komplex, vor allem aber um die Perspektive der Betroffenen. Sie können ihre Geschichten erzählen und ihre Forderungen zu stellen. Ziel ist es, den NSU-Komplex in seiner gesamten Dimension sichtbar zu machen und den strukturellen Rassismus in Deutschland anzuklagen.

Das Programm ist unter diesem Link online zu finden: www.nsu-tribunal.de/programm/

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