Was wir wollen

Wir wollen:

  • den Diskurs in Deutschland zu Migrationsthemen von einem stark defizitorientierten Diskurs hin zu einem chancenorientierten Ansatz beeinflussen;
  • berufliche Nachwuchskarrieren und Diversity Management in öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen fördern und Vorbilder sichtbar machen;
  • wissenschaftsbasierte Beratung für Institution, Politik und Wirtschaft anbieten.

Wir setzen uns ein, für mehr Wertschätzung und Akzeptanz unterschiedlicher Identitäts- und Lebensentwürfe, Chancengleichheit, Teilhabemöglichkeiten und ein gesellschaftliches Klima, das entschlossen jegliche Diskriminierung verurteilt.

Wir wollen dazu beitragen, die große Lücke zwischen Bevölkerungsstruktur in Deutschland und der Repräsentation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in sichtbaren Positionen in der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft zu schließen. Das ist zeitgemäß und stellt soziale Kontakte und Beziehungen zwischen privilegierten und benachteiligten Gruppen her.

Heute haben nur 2,4% der Mandatsträger in Landesparlamenten einen Migrationshintergrund, auch in der Wirtschaft ist diese Quote noch verschwindend gering, bei der Beamtenschaft liegt sie bei rund 1,5% und bei Journalisten schätzungsweise bei 2-3%. Die aktive Bekämpfung von Diskriminierung und gezielte Fördermaßnahmen sind notwendig, um die sichtbare Repräsentation der „Generation DeutschPlus“ – auch in Entscheidungspositionen – zu ermöglichen. Dadurch wird es möglich, langfristig Vorurteile und Tendenzen der Ausgrenzung und Abwertung zu verändern und zu überwinden. Deutschlands Gesicht wandelt sich, ebenso auch das Verständnis davon was und wer heute deutsch ist. Dies geschieht langsam, aber stetig, sichtbar und in den Köpfen. Während früher das Abstammungsprinzip galt, verstehen sich heute immer mehr Menschen als deutsch – ganz gleich wie „anders“ sie aussehen, welch „fremd“ klingende Namen sie haben oder welcher Religion sie angehören. In vielen Ballungsräumen und Großstädten hat jeder dritte Erwachsene und Zweidrittel aller Kinder einen Migrationshintergrund. Insgesamt sind es im Jahr 2009 15,6 Mio. Menschen, das entspricht einem Fünftel der Bevölkerung.

Das anhaltende homogene Verständnis von Kultur und Identität wird der Realität in Deutschland nicht mehr gerecht. In einer transkulturellen Gesellschaft, in der Menschen, die aus unterschiedlichen Herkunftsregionen nach Deutschland eingewandert sind, hier beheimatet sind, hier geboren sind, sich wechselseitig beeinflussen, entsteht ein neues gesellschaftliches Gefüge. Es ist an der Zeit für ein gemeinsames „Wir“, für ein plurales Deutschland der Zukunft einzutreten. Dafür ist aber ein grundlegender Perspektivwechsel notwendig und nicht die Fortschreibung der Unterscheidung in „Wir“ und die „Anderen“. Deutschland muss sich endlich als das verstehen, was es schon längst ist: eine dynamische Einwanderungsgesellschaft, in der Vielfalt Normalität ist und Grundlage des Zusammenlebens.

Darum bieten wir eine überparteiliche, überkonfessionelle und unabhängige Initiative für alle, die sich als Teil der Generation „DeutschPlus“ empfinden, Gleichgesinnte suchen und für eine plurale Republik eintreten. Alle sind herzlich eingeladen, mitzumachen – ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte.