Respekt Beginnt beim Namen

Namen sind nur Schall und Rauch? Nicht ganz, wenn es um Diskriminierung geht:

Ein Name kann über Beliebtheit, Glaubwürdigkeit oder die Jobzusage entscheiden.

Menschen, deren Namen für Befragte einfacher auszusprechen ist, wurden in einer Studie zum Beispiel für politische Ämter und bei Beförderungen bevorzugt. Sie gewannen wahrscheinlicher politische Kampagnen und wurden schneller in Führungsposition gesetzt. 

Aussagen von Personen, die einen scheinbar schwer auszusprechenden Namen tragen, wurde in einer anderen Studie weniger geglaubt. Auch wirken sie auf viele gefährlicher und risikobehafteter. Wer hingegen den eigenen Namen in Deutschland bei Einwanderung amerikanisiert, verbessert die eigenen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.  Bei einer Anfrage an das Jobcenter spielt der Nachname ebenso eine Rolle: Qualitativ schlechtere Auskünfte gab es in einer Studie für Menschen mit einem „ausländisch klingenden“ Namen

Eine aktuelle Studie legt zudem Nahe, dass bei der Jobsuche vor allem Menschen aus Ländern, in denen der muslimische Glaube eine größere Rolle spielt, aufgrund ihres Namens benachteiligt werden. 

Der ein oder andere Name ist den Sprecher_innen vielleicht geläufiger und er geht leichter von der Zunge: Weshalb sprechen manche aber das „z“ in De Maizière anders aus als in „Özdemir“? Spielt dabei nicht viel mehr eine Rolle, welche Namen wir überhaupt richtig aussprechen wollen? (siehe auch: »If you can say „Tchaikovsky“, you can pronounce our names«, BBC News, 03.09.2018)

Im Zweifelsfall lohnt es sich, die Person direkt beim ersten Kennenlernen nach der richtigen Aussprache des Namens zu fragen.

Fragen zur Reflexion:

  • Wie soll mein Name ausgesprochen werden?
  • Woher weiß ich, wie eine andere Person möchte, wie ihr Name ausgesprochen wird?
  • Wieso tut sich die Mehrheitsgesellschaft bei bestimmten Namen leichter oder schwerer als bei anderen?
  • Welchen Einfluss hat der Name auf Repräsentation oder Berufschancen in Deutschland? Welche Rolle spielt Gewohnheit?
  • Wie können Lerneffekte erzielt, wie Sensibilität für das Thema geschaffen werden?

Das Video ist entstanden im Rahmen des Projektes „Vom Ihr Zum Wir„, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Stiftung Mercator.