Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert von den Türkischstämmigen - nur von ihnen - Loyalität gegenüber dem deutschen Staat. Vanessa Vu fragte für ZEIT Online den Münchner Ethnologen Professor Dr. Martin Sökefeld, ob unsere Gesellschaft angesichts dieser Ausgrenzung Fortschritte macht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert von den Türkischstämmigen – nur von ihnen – Loyalität gegenüber dem deutschen Staat. Vanessa Vu fragte für ZEIT Online den Münchner Ethnologen Professor Dr. Martin Sökefeld, ob unsere Gesellschaft angesichts dieser Ausgrenzung Fortschritte macht.

Denn, wenn mit „Loyalität“ gemeint ist, dass man sich an Gesetze halten soll, dann ist sei das eine „selbstverständliche, banale Forderung.“ Wenn sie sich aber „nur an den türkischstämmigen Teil der Bevölkerung richtet und nicht an alle Bürger, dann wird deutlich, dass die Einwanderer und ihre Nachkommen unter besonderer Beobachtung und einem Vorbehalt stehen.“

Es sei die klassische Denkfigur in Bezug auf Einwanderer in Deutschland: „Auf der einen Seite gibt es das „Wir“ und auf der anderen Seite „die Anderen“, „die Türkischstämmigen“.

So funktioniere Zugehörigkeit aber nicht. „Zugehörigkeit entwickelt sich, wenn es das gesellschaftliche Umfeld erlaubt. Das scheint derzeit nicht ganz gegeben. In einer Studie der Uni Münster gab mehr als die Hälfte der Türkeistämmigen an, sich in Deutschland nicht sozial anerkannt zu fühlen, egal wie sehr sie sich dafür anstrengen.“