Ruprecht Polenz war Angela Merkels erster Generalsekretär, als Abgeordneter war er acht Jahre Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Auf die Migration von Geflüchteten nach Deutschland hat er einen nüchternen Blick und meint, dass die Kritiker Zahlenverhältnisse verkennen.

Ruprecht Polenz war im Jahr 2000 Angela Merkels erster Generalsekretär, als Abgeordneter war er acht Jahre Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Auf die Migration von Geflüchteten nach Deutschland hat er einen nüchternen Blick und meint, dass die Kritiker Zahlenverhältnisse verkennen: „Wir sind 82 Millionen Bürger und wenn jetzt ein paar Hunderttausend dazukommen, verändert das nicht gleich das Deutschland, das wir schätzen und gern haben.“

Deutschland hab sich schon immer gerade auch durch Einwanderung verändert, zum Beispiel durch die polnische Einwanderung ins Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert.

Dem Einwand der CSU, dass es unterschiedliche Kulturkreise gebe bietet er Einhalt. Aus seiner Sicht gibt es keine homogenen Zivilisationen. „Es gibt nur Hybridkulturen,“ sagt er im Interview mit ZEIT Online. Jede Gesellschaft sei fremden Einflüssen ausgesetzt, und das mache ja gerade ein lebendiges kulturelles Leben aus, dass man diese aufnimmt und sich nicht abschottet.

Völlig inakzeptabel seien in diesem Zusammenhang die Haltung der AfD. Ihre Parolen die man heute höre, erinnern ihn „schon sehr an die NSDAP in den 1920er Jahren.“