Liane Bednarz plädiert mit ihrem Debattenbeitrag dafür, uns stärker auf unser Grundgesetz zu besinnen. Sie rekurriert auf die Idee des Verfassungspatriotismus, die in den 70er Jahren entstand. Oft als blutleer bezeichnet, könnte er heute wieder identitätstiftend sein und gegen antidemokratische Gesinnung und rechten Nationalismus als Bollwerk dienen.

Unser Grundgesetz enthalte durchaus sehr konkrete Wertvorstellungen, die vor allem in den Grundrechten zum Ausdruck kommen. Sie sieht Parallelen zur angelsächsichen Tradition der „living constitution“, denn unsere Grundrechte wurden im Laufe der Jahre an veränderte gesellschaftliche Fortentwicklungen angepasst. So zum Beispiel durch die 1994 eingeführten Diskriminierungsverbote in Art. 3 Absatz 3, wonach „niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt oder wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf.“

Sie fordert daher, dass das Grundgesetz schon in der Schule viel mehr vermittelt wird. So sollte auch der „Tag des Grundgesetzes“, also der 23. Mai, viel stäker in das öffentliche Bewusstsein gerückt wird.

Bednarz schreibt: „Vielen Bürgern dürfte unbekannt sei, dass es mit dem 23. Mai auch in Deutschland einen „Tag des Grundgesetzes“ gibt. Mit der Wahl dieses Datums wird an die Verkündung des Grundgesetzes im Jahre 1949 erinnert. Das könnte ein Anlass sein, sich an diesem Tag bundesweit im Schulunterricht intensiv mit dem Grundgesetz zu befassen und so jedes Jahr aufs Neue ein Bewusstsein für dessen Inhalt zu schaffen.“

DeutschPlus verfolgt diese Idee bereits durch das Projekt Vom Ihr zum Wir, wo es darum geht, jungen Menschen in Deutschland eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

Im Rahmen dieses Projekte fand am 8. Mai 2016 erstmals der Day of Rights statt, wo sich hunderte Berliner Jugendliche ihre Sicht auf das Grundgesetz präsentierten und feierten.